Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt.           Mt 26,41

Drei Surfer am Strand ... der Wind ist noch kühl, dafür um so kräftiger. Er treibt die Wellen mit aller Kraft an den Strand. Von Zeit zu Zeit bricht sich eine Welle mit schäumender Gischtkrone an den Steinen am Ufer. So eine Welle hat genug Kraft die drei Männer, in ihren schwarzen Anzügen ein Stück mitzunehmen. Ein bisschen wie Tramper wirken sie, wie sie aufs Meer hinaus starren und darauf warten, dass sie mitgenommen werden.

Wachsam sitzen die drei auf ihren Brettern, recken ihre Köpfe so weit es geht nach oben, damit sie besser sehen was auf sie zukommt. Dabei achten sie stets darauf das Gleichgewicht zu behalten. Denn auch die kleinen Wellen zwischendurch haben es in sich. Einen Moment zu sehr in der Sehnsucht, im Suchen, im Gebet um die große Welle versunken, könnten sie leicht fallen. Die Hände liegen dabei eng nebeneinander auf dem Brett vor dem Bauch. Ganz ohne eigene Bewegung wiegt das Meer die Männer hin und her, wie Betende an der Klagemauer.

Wachet und betet! Fast meditativ ist es so aufs Meer, ins Unendliche hinauszusinnen. Meditativ – Ja! – Aber nichts für Schlafmützen, denn wenn sie eine Welle unterschätzen, das Brett quer treibt und das Gleichgewicht verloren geht, dann fallen sie. Aber wenn alles perfekt zusammenspielt wenn der Surfer wachsam bleibt, dann passiert etwas Unglaubliches. Das Meer, die Welle, der Surfer und das Brett werden zu einer Einheit und branden gemeinsam in Richtung Strand.

Wachet und betet, dass ihr nicht fallt! Jesus sprach natürlich nicht übers Surfen oder Trampen, er sprach seine Jünger am Vorabend seiner Kreuzigung, aber auch am Vorabend des Ostergeschehens an. Er spricht seine Jünger an, mich und Dich. Er sagt uns, ‚bleibt wach’! Stärkt Euch im Gebet! Und lasst die Hoffnung niemals fallen! In diesem Sinne wünsche ich ein gesegnetes und hoffnungsvolles Osterfest.

Ihr Vikar Klaus Zebe