Jesus Christus spricht:
Bittet, so wird euch gegeben;
suchet, so werdet ihr finden;
klopfet an, so wird euch aufgetan.
Matthäus 7,7
„Warum tut Gott nichts? Hat er uns vergessen und probiert schon längst irgendwo eine neue Welt aus? Hat eben nicht so gut geklappt beim ersten Mal, vor allem mit den Menschen nicht! Es ist eben nicht so leicht, dem Menschen die richtige Dosis Freiheit und Selbstverantwortung zu verabreichen:“ Enttäuscht äußerte sich so ein Bekannter, der gern und immer wieder über Gott und die Welt herzieht. Wir Menschen als Gottes Versuchskaninchen? Nein, das kann und will ich nicht glauben. Ist Gott nicht immer wieder diesen Menschen entgegengekommen, z. B. im Regenbogen, den Gott als Zeichen des neuen Bundes setzt: Ihr bekommt eine Chance. Da ist das Kreuz, das Gott setzt als Zeichen, ihr seid nicht verloren. Aber wie können wir denn merken heute hier und jetzt, dass Gott da ist und uns nicht vergessen hat? Wie können wir merken, dass es ihm nicht egal ist, was in Fukushima und sonst wo auf der Welt geschieht? Wie können wir spüren, dass Gott uns liebt, dass er uns meint und uns nicht aufgegeben hat? Ganz leise höre ich Jesus uns zurufen: Bitten, suchen, anklopfen. Immer wieder. Den ersten Schritt gehen. Denn eine Bitte kann erst erfüllt werden, wenn ich sie ausgesprochen habe.
Finden kann ich nur, wenn ich mich auf die Suche mache. Die Tür öffnet sich, wenn ich anklopfe. Bitten, suchen, anklopfen. Immer wieder. Jesus ermutigt uns dazu, den ersten Schritt zu wagen: Gott etwas zuzutrauen und ihm die Chance zu geben, mein Leben zu verändern. Ein kleiner Schritt, auf dem eine große Verheißung ruht: Gott wird geben, wird sich zeigen und Türen öffnen. Doch das kann anders aussehen, als ich erwarte.
Vielleicht gibt er nicht das Brot, um das ich gebeten habe. Sondern einen Apfel. Vielleicht finde ich nicht den Silberschatz, den ich gesucht habe.
Aber ein erfülltes Leben. Vielleicht sieht es hinter der Tür anders aus, als ich dachte. Der Weg, der sich auftut, ist nicht der, den ich mir ausgemalt habe. Aber es ist ein Weg. Bitten, suchen, anklopfen – diese Freiheit dürfen wir uns nehmen. Gott sei Dank!
Ihr Pfarrer Jeremias Treu
Deutschsprachige
Evangelische
Gemeinde
Barcelona