Ausstattung der Kirche

Der Taufstein stammt noch aus der alten Kirche in der Carrer Moyá, er wurde 1910 zum fünfundzwanzigjährigen Jubiläum der Gemeinde von den Frauen gestiftet; voller Stolz haben sie dies auf dem oberen Rand der Steinschale festgehalten.

 

Die Altarbibel wurde im Dezember 1886 vom Prinzen Wilhelm in Preußen gestiftet. Die deutschsprachigen Auslandsgemeinden waren  meist unierte Gemeinden, sie gehörten der altpreußischen Union an; sein Oberhaupt war der preußische König.

Diese Kirchenunion war ein Zusammenschluss von reformierten und lutherischen Gemeinden, so wie auch unsere Gemeinde eine unierte Gemeinde ist.

 

Das große vergoldete Wandkreuz, der Altar und die Kanzel aus Muschelkalk waren von Anfang an Teil des Entwurfs von Otto Bartning; sie sind überlegt aus der ausgewogenen Massstäblichkeit des Innenraums entwickelt.

 

Die scheren Kirchenbänke aus dunklem Holz und die Liedanschlagtafeln in ihrer neogotischen Ausformung wurden aus sparsamkeitsgründen aus der alten Kirche von 1903 in der Carrer Moyá mitgebracht.

 

Das Altarkreuz und die vier Altarleuchter aus goldschimmernder Bronze (ein Symbol für Christus mit den vier Evangelisten) geben den Altarraum eine fast feierliche Prächtigkeit. Sie wurden gestiftet von den Eltern der Künstlerin Eva Moshack in den beginnenden sechziger Jahren.

Durch den Nachlass eines Gemeindegliedes konnten zur gleichen Zeit die silbernen Vasa sacra (Kanne, Kelch, Patene und Büchse) erworben werden. Sie stammen aus einer Silberwerkstatt (Name und Ort unbekannt) in Deutschland.

 

Die schöne Orgel erklingt seid 1963 in unseren Gottesdiensten und Konzerten. Sie wurde im Jahr 2009 in ihrem Klang mit Spenden von Gemeindegliedern erneuert und in ihrem Klang bereichert. 

Wie es zu den Fenstern kam

Die Fenster unserer Kirche waren 15 Jahre nach ihrer Erbauung im Jahre 1957 schon stark reparaturbedürftig. Bis auf eines waren sie ursprünglich schmucklos. Ein Fenster trug zunächst das Bild des sogenannten „Eisernen Kreuzes“, das aus der alten Kirche zum Gedenken der Gefallenen des 1. Weltkrieges übernommen wurden war. Aber auch dieses sollte der neuen Gestaltung aller Fenster nicht im Wege stehen.

 

So überlegte die Gemeinde, wie ihre Fenster in der Zukunft aussehen sollten. Um der Gestaltung des Kirchenraumes und seiner Architektur nicht zu wieder zu handeln, zog man den Architekten der Kirche, Professor Otto Bartning aus Darmstadt zu Rate. Durch seine Vermittlung entstand ein Kontakt zu dem renommierten Glasgestalter Will Sohl aus Heidelberg, der schon viele Kirchenfenster entworfen hatte.  Er entwarf sieben neue Fenster zu neutestamentlichen Themen. Die Fenster wurden in einer der Grundhaltung der Kirche entsprechenden abstrahierenden Gegenständlichkeit, durch aus auch im Sinne einer biblia pauperum, inhaltlich so erarbeitet, dass sie von den Menschen im Kirchenschiff gelesen werden kann.

Die Entwürfe fanden große Zustimmung beim Kirchenvorstand und ihre Ausführung wurde beschlossen.

Den Auftrag erhielt eine Firma für Bleiverglasung aus Groß-Umstadt bei Aschaffenburg, die Firma Robert Münch.

Jedes Fenster besteht aus drei Teilen; dies war notwendig, um den Transport aus Deutschland und den Einbau in der Kirche einfacher zu gestalten.

 

Entwurf, Ausführung, Transport und der Einbau im Kirchenschiff haben Rund: 180.000,- Ptas. Gekostet, die durch Spenden von Gemeindegliedern aufgebracht wurden sind.

 

Inhaltliche Beschreibung der Fenster

Durch die vorgegebene Anzahl der Fensteröffnungen (auf der einen Seite des Schiffes drei und auf der anderen Seite vier) musste der thematische Inhalt dieser Gliederung Folge leisten.

Der Künstler Sohl und der Architekt Bartning schlugen vor, die drei Fenster auf der rechten Seite dem Thema „Kirche“ zu widmen und die Seite der vier Fenster den Symbolen der Evangelisten.

Auf der rechten Seite sehen wir (vom Altar aus betrachtet) den Fischfang (symbolisiert durch drei fröhliche und anmutige, in ihrem Übermut sich tummelnde Fische, im mittleren Fenster sehen wir die Hand Gottes, die als Symbol für den heiligen Geist die Taube zur Erde herunter schickt; im dritten Fenster ist Christus als Lamm Gottes dargestellt. Somit ist diese Seite der Trinität gewidmet und dem Auftrag an uns alle, Menschenfischer zu sein.

Wir sehen auf dem ersten Fenster der linken Seite (vom Altar aus betrachtet) den Jüngling oder Engel das Symbol für den Evangelisten Matthäus, auf dem zweiten folgt der Löwe, das Symbol für den Evangelisten Markus, auf dem dritten Fenster sehen wir den Stier als Symbol für den Evangelisten Lukas und schließlich auf dem Fenster der Orgelempore den Adler, als Symbol für den Evangelisten Johannes.

Wer genau hinsieht wird sehen können, wie das Lichte der Sonne ihrem Tageskreis folgend, zuerst die Fenster der rechten Seite durchscheint, und über den Chor hinweg die Fenster der linken Seite durchstrahlt.

 

Die Fenster geben unserer Kirche eine innige und zum Gebet gerichtete Stimmung, dadurch bekommt der Raum eine sehr feierliche Haltung.