Predigtgedanken, 29. März 2020

 

Besinnung in der Corona-Krise

 

Gruß zum Sonntag Judika 2020
an die Deutschsprachige Evangelische Gemeinde in Barcelona

 

Liebe Gemeinde,


mit großer Plötzlichkeit hat uns das COVID-19 Virus aus der Tagesroutine gerissen.

 

Statt Planungen für die Zukunft zu machen, die nächsten Ferien und weiteren professionellen Aufstieg in die Wege zu leiten, befinden wir uns plötzlich in einem “Krieg”, wie Präsident Macron sagte. Die Älteren von uns erinnern sich an den 2. Weltkrieg. Für Viele war sein Resultat die Strafe Gottes für die begangenen Gräueltaten.


Die Angst um das Leben mobilisiert heute die Menschen. Sie wird geschürt durch die Informationen über das Virus im Fernsehen und in der Presse.

Ich habe drei Bibeltexte gefunden, die uns helfen könnten, mit der Seuche umzugehen: 

 

Jesaja, 40,1,2
1 Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott. 2 Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist; denn sie hat die volle Strafe empfangen von der Hand des HERRN für alle ihre Sünden.


Gott konnte zürnen, strafen, vergeben und belohnen. Die Plagen in Ägypten waren sein Werk. Gottes Trost ist die Vergebung. Sie wurde durch das Handeln von Kyros sichtbar, der die Israeliten aus ihrem Exil in Babylon nach Jerusalem zurückkehren liess. 

 

Jeremias 29, 11 - 14
11 Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung. 12 Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will euch erhören. 13 Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, 14 so will ich mich von euch finden lassen.


Jeremia zeigt, dass Gott sein Volk liebt, trotz des Exils, das als Strafe Gottes empfunden wurde. Gott hat Gedanken des Friedens, nicht des Leides. Deswegen ist er offen für unser Gebet. Er will sich von uns finden lassen, wenn wir ihn von ganzem Herzen darum bitten. Es heißt: Not lehrt beten. Das stimmt nur halb. Es geht um mehr als die aktuelle Not. Wir sollen das Leben als Leben annehmen, mit Geburt, Freuden, Liebe, Krankheiten und Tod. Dieses unser Leben entspringt aus der Liebe und dem Geist Gottes.

 

Matthäus 8, 22 
"Lasst die Toten ihre Toten begraben! Geht hin und verkündet das Reich Gottes!"


Mit unserer Hilflosigkeit umzugehen, ist vielleicht das Schwerste. Jesus sagt uns dann: Steckt den Kopf nicht in den Sand, schaut nicht zurück, wenn ihr die Hand an den Pflug legt; tut etwas! Die Verkündigung der Gottesherrschaft geschieht durch liebevolles Handeln, durch gelebte Nächstenliebe, die er in der Erzählung vom barmherzigen Samariter zeigt.

Wir können einiges tun. Telefon und Internet ermöglichen, dass wir mit geliebten Menschen und Freunden in Kontakt bleiben, oder Einsame auf diese Weise besuchen. Jüngere können vielleicht für Menschen in Quarantäne einkaufen, etc.

Ärzte und Krankenschwestern arbeiten bis zur Erschöpfung für die kranken Patienten. Viele sind selbst erkrankt und an der Seuche gestorben. Sie
sind ein Beispiel dafür, wie Gottes Liebe zu uns Nächstenliebe möglich macht. Sie verkündigen sein Reich, ob sie es selbst glauben oder nicht.

 

Sie sind wie ein Licht (Gottes?!) in unser dunkel erscheinenden Welt.

 

Ich lade Euch ein, diese Psalmverse ( aus Psalm 73) zu beten:

Dennoch bleibe ich stets bei dir;
denn du hältst mich bei meiner rechten Hand

Du leitest mich nach deinem Rat
und nimmst mich am Ende mit Ehren an.
Wenn ich nur dich habe,
frage ich nicht nach Himmel und Erde.

Wenn mir auch Leib und Seele verschmachten,
bist du doch, “Gott”, allezeit
meines Herzens Trost und mein Teil.

 

 

Die Liebe Gottes, welche größer ist als alle Vernunft,

 

bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus.

 


Amen

Ihr Paul Klinkisch

 


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