Predigtgedanken zum Pfingstsonntag, den

den 31. Mai 2020

 

     Gruß an die Deutschsprachige Evangelische Gemeinde in Barcelona

 

Predigttext: Apostelgeschichte 2,1-12

 

 

„O komm, du Geist der Wahrheit und kehre bei uns ein / verbreite Licht und Klarheit, verbanne Trug uns Schein“, heißt es in einem der bekanntesten Lieder zu Pfingsten. Gottes Geist bringt uns zusammen, überwindet die Fremdheit zwischen uns und bewegt und begeistert uns von neuem.

 

 

Pfingstsonntag ist das Fest des Heiligen Geistes, der Geburtstag der Kirche – neben Weihnachten und Ostern tritt dieses christliche Fest in den Hintergrund, vielleicht auch, weil es nicht so viele Bräuche gibt. In manchen Gegenden wird der Altar mit frischem Grün geschmückt, wir feierten an Pfingsten Konfirmation. Als Zeichen für den Heiligen Geist ließ man im Mittelalter Tauben durch ein Loch in der Decke in den Altarraum fliegen, später ließ man eine Taube aus Holz über der Gemeinde kreisen. In manchen alten Kirchen ist das Loch bis heute sichtbar

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Heilig-Geist-Loch in einer barocken Kirchenkuppel

 

„Schawuot“ bildet den Hintergrund der Pfingstereignisse in Apg 2. Es wird nach Ablauf der 7-wöchigen „Omerzeit“ (Omer = Garbe) als Dankfest für die neue Ernte gefeiert, 50 Tage nach Ausgang des ersten Pessach-Tages. Zwei Brote vom Erstschnitt des neuen Weizens werden im Tempel als Dankopfer dargebracht. Und weil gerade Erntezeit ist, dauert das Fest nur diesen einen Tag, beginnend am Freitagabend, sich erfüllend am Sabbattag. Ein weiterer Inhalt tritt nach 70 n.Chr. hinzu: Erinnert wird an die Überbringung der beiden Gesetzestafeln durch Mose an die Gemeinde und den anschließenden Bundesschluss, 50 Tage nach dem Auszug aus Ägypten. So wird Schawuot zum Fest der Offenbarung am Sinai und zum Fest der Verleihung der Tora. Alter Brauch ist es, die Nacht bis zum Morgenanbruch in der Synagoge mit dem Studium der Tora zu verbringen und einen Morgengottesdienst zu feiern.

 

Ist es zu weit hergeholt, wenn dieses sonst an Symbolen so arme Fest mit den beiden Dankopferbroten auch die „Lebensdienlichkeit“ der beiden Gesetzestafeln unterstreicht?

 

Liebe Gemeinde und liebe Freunde der Gemeinde! 

 

Anders als bei den anderen großen kirchlichen Festen hat Pfingsten im engeren kirchlich geprägten Brauchtum keine besonderen Traditionen. Keine bemalten Eier, keine Gans als Festtagsschmaus, kein geschmückter Lichterbaum. Vielleicht ist das ja gut so. Vielleicht sollten wir Pfingsten neu entdecken als das Fest der Überraschungen.

 

Nicht anders erging es den Freunden Jesu. Nach der Auferweckung hatten sie noch einmal 40 Tage gemeinsam mit Jesus. Sie hätten denken können, alles ist wie vorher. Vielleicht war es eine Zeit der Leichtigkeit. Alle waren wieder zusammen, das Leben war stärker als der Tod.

 

Dann das Himmelfahrtserlebnis auf dem Berg.

 

Sie beschließen, nach Jerusalem zurückzukehren – in die Stadt, in der alles geendet und von neuem begonnen hat, wie Lukas in seinem Evangelium und in der Apostelgeschichte berichtet. Sie bleiben beieinander, weil sie spüren, dass sie einander guttun. Lukas berichtet, wie sie miteinander beten. Aber auch wenn sie einander guttun – sie bleiben unter sich, schließen sich ein aus Unsicherheit und Angst. Bis der Pfingsttag kommt. Der Tag des jüdischen Wochenfestes, eines Erntefestes, an dem die jüdische Gemeinde bis heute für die Weizenernte, aber auch die Gebote Gottes dankt, die er seinem Volk am Sinai gegeben hat. Viele Menschen sind nach Jerusalem gekommen, um das Wochenfest zu feiern, neben dem Passah- und dem Laubhüttenfest eines der drei großen Wallfahrtsfeste. In den Straßen und Gassen von Jerusalem ist Leben. Im Haus der Freunde Jesu allenfalls die Erinnerung daran. Jesus lebt, ja, aber er ist nicht mehr greifbar, sie sind allein. War alles womöglich nur eine Episode in ihrem Leben? Sollen sie zurückkehren in ihren Alltag? Hat sich nichts verändert?

 

Und da geschieht es. Die Überraschung. Lukas berichtet im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte ausführlich davon:

Das Pfingstwunder
Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle beieinander an einem Ort.  Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab. Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde verstört, denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer? Wie hören wir sie denn ein jeder in seiner Muttersprache? Parther und Meder und Elamiter und die da wohnen in Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, Pontus und der Provinz Asia, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Römer, die bei uns wohnen, Juden und Proselyten, Kreter und Araber: Wir hören sie in unsern Sprachen die großen Taten Gottes verkünden. Sie entsetzten sich aber alle und waren ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins.

 

Die Pfingstpredigt des Petrus
Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, vernehmt meine Worte! Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde des Tages; sondern das ist's, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist (Joel 3,1-5):»Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen. Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf; die Sonne soll in Finsternis verwandelt werden und der Mond in Blut, ehe der große und herrliche Tag des Herrn kommt. Und es soll geschehen: Wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden.«

 

„Sie entsetzten sich aber alle und waren ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden?“ Es ist Pfingsten, 50 Tage nach Ostern schon, gefühlt noch viel länger. Denn hinter uns liegen nun schon weit mehr als 50 Tage im Lockdown, in dem strenge Kontaktverbote und viele andere Einschränkungen gelten. Einige Lockerungen hat es schon gegeben. Unter Auflagen dürfen wieder Gottesdienste gefeiert werden. So wie heute, mit Abstand, Maske und beschränkter Teilnehmerzahl. Und in der Woche nach Pfingsten wird es weitere Lockerungen geben, überall unterschiedlich und so unübersichtlich, dass man sich besser kundig macht. Viele sind entsetzt über allzu forsche Rückkehr zur Normalität. Andere empören sich, weil es ihnen nicht schnell genug geht. Gemeinsam haben wir nur noch eines: Wir sind ratlos. „Was will das werden?“

 

In Jerusalem versammelt sich zu Pfingsten eine Gruppe von Menschen: Sie müssen sich nicht um eine Begrenzung der Teilnehmerzahl kümmern, im Gegenteil, sie sind ja froh, dass überhaupt noch welche von ihnen übrig und an diesem Ort versammelt sind. Im ganzen Haus, und auch im Obergeschoß mit der niedrigen Decke sind alle Türen und Fenster fest verschlossen. Die Luft drinnen wird zum Atmen kaum gereicht haben. Aber die Menschen sprechen miteinander und vielleicht singen sie sogar - in einem geschlossenen Raum, ohne ausreichend Abstand! Auch ohne die Angst vor Corona-Ansteckung ist das schon bedrückend genug, so eng und dumpf und stickig fühlt es sich an.

 

„Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel, wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.“ Sie haben den Wind schon hören können, wie er die Treppe heraufsauste und sich gegen die Tür im Obergeschoß warf, wo sie saßen; sie haben sein Brausen gehört und das Schlagen der Tür. Er war auf ihrem Gesicht, auf der Stirn und in ihren Haaren, kühl, als käme er vom Meer und so dass man ihn bis tief in die Lungen einatmen konnte, diesen Wind. Wie ein tiefer Atemzug an einem offenen Fenster, morgens, wenn der Tag noch vor einem liegt und sich das Leben nach Anfang anfühlt. Sie dachten schon, jetzt wäre alles zu Ende! Sie hatten sich eingerichtet damit. Und plötzlich kam dieser brausende Anfang.

 

Und wo gerade noch ein Wind ihre Stirn gekühlt hatte, wurde es plötzlich heiß und hell und es stieg ihnen Röte in die Wangen. „Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen“.

 

Kalt und heiß war ihnen jetzt, abwechselnd und gleichzeitig, so heiß, dass sie unbedingt diesen engen Raum verlassen mussten, sofort, unverzüglich, die Treppe hinunter, in heiliger Unordnung und alle zusammen. Und wo sie sich wiederfanden draußen vor dem Haus, immer noch wie umbraust, wie erleuchtet, mit kühler Stirn und roten Wangen gleichzeitig.

 

Vor dem Haus ein großer Menschenauflauf und alle so außer sich! Das erregt Aufsehen in der Stadt, man kommt doch mal und schaut, was los ist. Eine nicht genehmigte Versammlung, eine Art Demonstration vielleicht? Die da vor dem Haus sind wirklich außer sich geraten; sie sprechen anscheinend verschiedene Sprachen. „Wie hören wir sie denn ein jeder in seiner Muttersprache, Parther und Meder und Elamiter und die da wohnen in Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, Pontus und der Provinz Asia, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Römer, die bei uns wohnen, Juden und Proselyten, Kreter und Araber: Wir hören sie in unsern Sprachen die großen Taten Gottes verkünden.“

 

Als hätten die Zungen wie von Feuer nicht nur die Wangen rot gemacht, sondern auch die Menschenzungen in den Mündern flink und lebendig. So können sie nicht nur alle zungenbrecherischen Namen dieser Länder und Völker plötzlich fließend aussprechen, sondern beherrschen auch noch die passenden Sprachen dazu, Aramäisch, Hebräisch, Griechisch, Lateinisch und Arabisch samt allen regionalen Dialekten. Es gibt keine Fremdsprachen mehr, es gibt nur noch „Muttersprachler“. Es gibt keine Fremdheit mehr. Es gibt nur noch Verstehen.

 

Die Pfingstgeschichte ist die Gegengeschichte zur Geschichte vom Turmbau zu Babel. Dort wird erzählt, wie Menschen in ihrem Wahn, „sich einen Namen zu machen“, wie das erste Buch Mose es ausdrückt – also in ihrem Wunsch, alles zu beherrschen und zu kontrollieren – einen Turm bis an den Himmel bauen wollten. Gott verwirrt daraufhin ihre Sprachen, sodass sie einander nicht mehr verstehen können. Der Name Babel drückt das anschaulich aus: die Sprache der Menschen wird füreinander zum unverständlichen Gebrabbel. Menschen vereinzeln und vereinsamen. So ist es, wenn Menschen einander nicht mehr verstehen können und wollen.-

Die Apostelgeschichte zeichnet ein Gegenbild. Menschen aus der ganzen damals bekannten Welt sind in Jerusalem, um das Wochenfest zu feiern: Parther, Meder, Elamiter – und so weiter. Petrus, ein einfacher Fischer aus Galiläa, erzählt von seinen Erlebnissen mit Jesus und wird verstanden. Er spricht direkt aus dem Herzen vor so vielen Menschen und über sie, dass, wie die Apostelgeschichte erzählt, es hätten sich 3.000 Menschen an diesem Tag taufen lassen.

 

Wie ist das möglich, frage ich mich? Ich sehe mich dabei in guter Gesellschaft. Was will das werden?, fragen die einen, die das Ganze in Jerusalem miterleben. Die anderen bleiben skeptisch. Sie können sich dieses neue Einverständnis nur damit erklären, dass die Jünger wohl zu tief ins Glas geschaut haben. Wie ist das möglich, dass aus verunsicherten und vereinzelten Menschen eine Gemeinschaft wird, die zusammensteht und die andere begeistert und damit ansteckt, dass sie Feuer und Flamme sind? Die Apostelgeschichte gibt eine eindeutige und einfache Antwort: Gott kommt, überraschend und überwältigend.

 

Die Geschichte von Pfingsten in Jerusalem kommt an diesem Pfingsten zu uns zurück. Denn es gibt keine Fremdheit mehr unter uns Menschen, es gibt nur noch Verstehen. Alle Menschen, in der ganzen Welt, verstehen plötzlich: Wir haben unser Leben nicht in der Hand. Es gibt Dinge, die wir nicht beeinflussen können. Wir sind vielen Gefahren ausgesetzt, Krankheit ist nur eine davon. Und dass wir leiden und sterben, gehört zu unserem Menschsein.

 

Die Menschen aus dem Raum unterm Dach in Jerusalem wussten das eigentlich. Sie gehörten zu Jesus und sie hatten sein Leiden und Sterben hautnah miterlebt. Und auch seine Auferweckung, diesen unglaublichen Neuanfang. Kalt und heiß war es ihnen geworden dabei. Dann zogen sie sich aber doch wieder zurück und wollten sich selbst genug sein in Enge und Dumpfheit. Deswegen kommt Gottes Geist zu ihnen und jagt sie aus dem Haus, die Treppe runter auf die Straße. Da stehen sie nun. Da stehen wir, mit kühlen Stirnen und roten Wangen, mitten in der Welt, in der es plötzlich keine Fremden mehr gibt, sondern nur Brüder und Schwestern.

 

Kommt er wirklich, der Heilige Geist, um dessen Kommen wir gebeten haben? Und, Hand aufs Herz, wollen wir eigentlich, dass er kommt – so überraschend, überwältigend, umstürzend und alles in Frage stellend? So radikal? Halte ich das überhaupt aus? Ist es nicht auch ganz schön im Gewohnten?

 

Wenn ich ihn einlade, könnte es sein, dass er auch kommt. Und wenn er kommt, dann kommt er wahrscheinlich anders als ich erwarte. Der Heilige Geist ist ein überraschender Gast. Er hält sich nicht an meine Konventionen und Vorgaben. Er lehrt mich, die Welt anders zu sehen. Sie nicht in Oben und Unten, Gerecht und Ungerecht einzuteilen, sondern mit den Augen der Liebe anzuschauen. Er gibt verschwenderisch, um mich zu ermutigen zu geben, was ich habe. Zeit, Brot und Wein, Geschichten und Gaben, materiell und immateriell. Er lädt mich ein, mich mit Menschen an einen Tisch zu setzen, mit denen ich auf den ersten Blick nichts gemeinsam habe.

 

„Was will das werden?“ Man kann sich das wirklich fragen, angesichts der Lockerungen, die jetzt kommen sollen. Wir müssten doch schon in unserem Land größere Sorgen haben als die, ob wir bald wieder essen gehen, Fußball gucken und im Sommer in den Urlaub fahren können.

 

In Jerusalem konnten sie plötzlich in allen Sprachen, von Gottes großen Taten erzählen.

  

Es ist wie bei einem überraschenden Festmahl: Eine beginnt eine Mahlzeit zuzubereiten und versammelt viele an ihren Tisch. Auch wenn die Eingeladenen zuerst misstrauisch sind und es nicht leicht finden, das Leben zu genießen und sich verwöhnen, sich beschenken zu lassen, weicht mit der Zeit das Misstrauen einer tiefen und echten Lebensfreude. Menschen öffnen sich. Lange Verdrängtes kann geteilt werden. Alte Konflikte können begraben werden. Neues entsteht. Eine Gemeinschaft wird spürbar, in der einer die andere achtet und respektiert und dann auch großzügig weitergibt, was er oder sie empfangen hat.

 

Eine Utopie? Vielleicht. Für mich ein wunderbares Bild von Kirche: (leider können wir dieses Bild von Kirche und Gemeinschaft gerade jetzt nicht erleben. Wir müssen ja vorsichtig sein!) Wir können sicher irgendwann das Leben, wie es eben ist, wieder teilen. Wir sind zusammen und lassen uns auf Abstand anstecken vom Geist Jesu. Aber es wird die Zeit wieder kommen und dann stellen wir uns zur Verfügung mit dem, was wir haben. Geben unsere Zeit, unsere Geschichten, unsere Begabungen – und teilen sie. Ich bin sicher: etwas Wunderbares wird geschehen. Menschen werden einander verstehen. Sie werden endlich dieselbe Sprache sprechen nach der Erfahrung der Pandemie. Die Sprache der Liebe und des Lebens. Bitten wir doch den Heiligen Geist, dass er kommt – und uns überrascht. Er bringt uns ein Geschenk!

 

Die besten Geschenke sind nicht teuer oder kosten nichts. Sie wärmen unsere Herzen, die sich im Stillen schon lange danach gesehnt hatten. Die besten Geschenke sind die, die wir uns wünschten, um guten Gewissens leben zu können. Der Heilige Geist ist so ein Geschenk. Er kostet nichts außer unserem Wunsch nach ihm. Und alle, die genau wissen, dass man nicht einfach immer so weiter leben darf, nur weil es bequem geworden ist, ersehnen einen Geist, der mehr kann als nur bequem sein. Pfingsten ist es so weit. Der Geist kommt zu denen, die ihn ersehen. Es soll manches anders oder neu werden. Das Leben soll in Frieden und Liebe gestaltet werden. Dazu brauchen wir guten Geist.

 

Wer weiß, dass er Geist nötig hat, der größer ist als der eigene Geist, sehnt sich und äußert diesen Wunsch, auch singend (EG 156): „Komm, Heiliger Geist“. Viele Gottesdienste beginnen aus gutem Grund mit einer Bitte um den Heiligen Geist. Es ist der Geist, die Belebung, die Fantasie, die größer ist als alles, was Menschen vermögen. Das ist auch nötig. Wenn wir heute manchmal meinen, die Welt sei bald am Rande des Abgrunds, dann erkennen wir darin auch viel menschliches Unvermögen oder das bisweilen blutige Bestehen auf nur den eigenen Interessen. Gottes Geist geht über mein bloßes Interesse und meinen Wunsch nach Bequemlichkeit hinaus. Das will nicht jeder oder jede. Es ist aber nötig. Friede und Liebe geschehen dort, wo man es will. Von Herzen will. Und zugleich weiß, dass man es alleine nicht vermag. Darum bittet man um belebenden Geist: „Komm, Heiliger Geist.“ Amen.
 

Ihr Pfarrer Holger Lübs

Bleiben Sie gesund und Gott befohlen!

 

Liebe Gemeindemitglieder und Freunde,

 

bitte vergessen Sie nicht, auch in den Ländern unserer 11 Patenkinder (in Süd- und Mittelamerika sowie Asien) breitet sich das Virus aus. Wie in jedem Jahr müssen und wollen wir auch 2020 diesen Kindern eine Jahresspende von über 4.000 € zukommen lassen. Daher bitten wir Sie herzlichst um eine Kollekte bzw. Spenden für unsere Patenkinder.

 

Unsere Kontoverbindung lautet:

 

Comunidad Evangélica de Habla Alemana Barcelona

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Verwendungszweck: Patenkinder

Gott segne Gebende und Beschenkte!